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Warum so viele Diäten scheitern
Man schätzt, dass 90 Prozent aller Diäten scheitern. Entweder werden sie nach kurzer Zeit abgebrochen, oder, wenn sie bis zum Ende durchgehalten werden, stellt sich nach Beendigung der Diät der gefürchtete Jojo-Effekt ein, der dafür sorgt, dass man einige Zeit nach dem Abnehmen mehr wiegt als vor der Ernährungs-Umstellung. Die Gründe für diese Misserfolge sind ganz unterschiedlicher Natur.

Ein Grund für das Scheitern von Diäten sind unrealistische Ziele. Wer aussehen will wie ein unterernährtes Modell, wird schnell frustriert sein, wenn er nach ein paar Wochen strenger Diät diesem Idealbild noch immer in keiner Weise gleicht. Eine realistische Selbsteinschätzung und eine veränderte Körperwahrnehmung könnten solche Fallstricke vermeiden. Man muss einfach lernen, zu akzeptieren, dass es unterschiedliche genetische Veranlagungen gibt, gegen die man nicht anhungern kann. Die Verteilung des Körperfettes an Oberschenkeln und Hüften zum Beispiel hat genetische Ursachen. Kommt dazu noch ein kräftiger Körperbau, so sollte man sich damit abfinden, dass man nicht zu den Frauen gehören kann, die Kleidergröße 36 tragen.

Auch die Vorstellung, man könne durch Diäten wieder das Gewicht und die Figur erreichen, die man als Jugendlicher hatte, ist in den meisten Fällen unrealistisch. Mit zunehmendem Alter nehmen nämlich die Muskelmasse und damit auch der Energieverbrauch ab, was eine allmähliche Gewichtszunahme zur Folge hat.

Viele Menschen setzten sich durch eine Diät zu sehr unter Erfolgszwang. Sie wollen in wenigen Wochen so viele Pfunde wie möglich verlieren. Da das Abnehmen mit der Dauer einer Diät aber immer langsamer voran geht, geben sie häufig frustriert auf. Würden sie sich mehr Zeit lassen und mit wenigen Pfund pro Monat zufrieden sein, hätten sie erheblich bessere Aussichten auf einen Erfolg.

Zum Misslingen von Diäten trägt nicht zuletzt die Erwartungshaltung bei, dass man dauerhaft abnehmen kann, ohne sich weiter anzustrengen. Wer aber glaubt, allein durch weniger Kalorien an Gewicht verlieren zu können, irrt sich. Bewegung und Sport sind während und auch nach einer Diät unverzichtbarer Bestandteil einer gesunden Lebensführung.

Leute, die zwei, drei oder mehr Diäten hinter sich haben, berichten, dass ihr Körper zunehmend diätresistent wird. Der Organismus lernt während dieser Zeit, mit immer weniger Energie auszukommen. Nach Beendigung des Abnehmens braucht man daher weniger Kalorien, was einer erneuten Gewichtszunahme Tür und Tor öffnet.

Sport hilft dem Körper dabei, die Muskulatur zu vermehren, so dass der Energiebedarf des Organismus steigt. Das spätere Zunehmen kann so wirkungsvoll verhindert werden, außer, wenn man nach der Diät wieder in die alten Ernährungsgewohnheiten zurück fällt.
Bewegung ist auch ein gutes Mittel, um negativen Stress abzubauen, der nicht selten dazu führt, dass man zu viel isst. Mit steigender Fitness hat man auch zunehmend Erfolgserlebnisse im Sport, so dass sich körperliche Ertüchtigung wohltuend auf das Selbstbewusstsein auswirkt. Wer sieht, dass er im Sport etwas leisten kann, traut sich dann auch viel eher zu, eine Diät durchzuhalten und seinen ganzen Lebensstil dauerhaft umzustellen.
Sport in Gruppen, vielleicht sogar mit anderen Abnehm-Willigen, hat darüber hinaus den Vorteil, dass man vermehrt Kontakt zu anderen Menschen hat. Da sich viele Übergewichtige aus Angst vor verletzenden Bemerkungen von der Umwelt zurück ziehen, kann Sport so eine therapeutische Wirkung haben.

Ein weiterer Grund für das Scheitern vieler Diäten ist die Tatsache, dass das Übergewicht gar nicht durch zu reichliche Ernährung hervorgerufen wurde, sondern durch Stoffwechselstörungen. Gerade Unterfunktionen der Schilddrüse sind ein häufiger Grund dafür, dass es mit dem Abnehmen nicht klappt, trotz einer kalorienreduzierten Ernährung.

Gar nicht selten sind auch seelische Gründe ausschlaggebend dafür, dass einer Diät kein Erfolg beschieden ist. Wer es gewohnt ist, sich an Süßigkeiten schadlos zu halten, wenn er sich frustriert oder einsam fühlt, hat wenig Chancen beim dauerhaften Abnehmen. Als erstes müsste ein anderer Umgang mit negativen Erlebnissen gelernt werden, damit man eine Diät überhaupt durchhalten kann.

 

 

 

 

 

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